
Ein Damastmesser ist das einzige Stück im gewöhnlichen Haushalt, das sich benimmt wie ein Werkzeug aus dem neunzehnten Jahrhundert. Der Kohlenstoffanteil ist hoch, und ebendarum hält die Schneide so lange und ebendarum blüht nach zwei feuchten Tagen der Rost auf. Die Pflege ist keine Wissenschaft, sie muss nur regelmäßig sein. Wer das einmal verstanden hat, hat ein Messer fürs ganze Leben.
Was wann ansteht
Die gesamte Pflege geht sich in drei Zeilen aus. Ob ein Messer dreißig Jahre durchhält oder nach einem Jahr nichts mehr taugt, entscheidet einzig die erste davon.
| Wann | Was ansteht |
|---|---|
| Nach jedem Schneiden | Trocken abreiben. Auf der Stelle, nicht erst daheim. Wasser, Obstsaft und die Feuchte aus der Hand nagen am Kohlenstoffstahl. |
| Einmal im Monat | Die Klinge mit einem Tropfen Öl am Lappen abziehen. Das legt einen hauchdünnen Film an, der die Luft vom Metall weghält. |
| Einmal im Jahr | Den Griff durchschauen. Holz und Geweih vertragen einen Tropfen vom selben Öl, das Leder der Scheide ebenso. |
Das Öl und die Messer, für die es gedacht ist
Pflegeöl und die Messer selber. Graviert wird in der eigenen Werkstatt, erst nach Ihrer Bestellung.
Die Pflege Schritt für Schritt
Das Ganze dauert zwei Minuten und steht einmal im Monat an, nicht nach jedem Schneiden. Nach dem Gebrauch genügt der erste Punkt.
NACH JEDEM SCHNEIDEN
- 1. Die Klinge mit Küchenrolle oder einem Lappen trocken abreiben
- 2. Nachschauen, ob dort keine Nässe hängt, wo die Klinge in den Griff läuft
- 3. Erst im trockenen Zustand zusammenklappen oder ablegen, nass gehört nichts in die Scheide
EINMAL IM MONAT
- 4. Ein Tropfen Öl auf einen weichen Lappen, nicht direkt auf den Stahl
- 5. Die ganze Fläche abziehen, den Rücken und die Gegend um die Nieten inbegriffen
- 6. Was übrig bleibt, abnehmen, am Messer soll ein Film sitzen und keine Lacke
- 7. Den Griff aus Holz oder Geweih mit demselben Lappen nachziehen
Messer, bei denen sich das am meisten auszahlt
Bei handgeschmiedeten Stücken kommt die Zeichnung im Stahl von Hunderten Lagen und einer Ätzung. Rost setzt dieser Zeichnung nicht bloß optisch zu, er frisst sich hinein, und beim Wegputzen geht ein Stück davon mit. Deshalb zahlt sich beim Damast das Vorbeugen mehr aus als bei gewöhnlichem Edelstahl, wo ein Fleck ohne Folgen herauspoliert werden kann.
Drei Fehler, an denen ein Messer am schnellsten zugrunde geht
Der Geschirrspüler. Ein einziges Mal genügt. Heißer Dampf, Salz und scharfe Chemie zusammen machen aus dem Damast ein graues Stück Eisen und lösen den Griff.
Das Messer auf Dauer in der Lederscheide lassen. Leder wird mit Salzen gegerbt und hält die Nässe fest. Für unterwegs passt das, in der Lade nicht, dort liegt das Messer frei oder in einem Tuch.
Rost mit Schleifpapier abtragen. Damit ist die Zeichnung gleich mit weg. Leichter Rost geht mit einem Korken oder einem Lappen mit Öl herunter, grobes Schleifmittel bleibt der letzte Ausweg.
Häufige Fragen
Ist es normal, wenn Damaststahl mit der Zeit nachdunkelt?
Ja. Da bildet sich Patina, eine dünne graublaue Schicht, die den Stahl sogar schützt. Patina ist willkommen, Rost dagegen ist orange und blättert ab. Das sind zwei Paar Schuhe.
Welches Öl gehört auf so ein Messer?
Pflegeöl für Messer, bei uns im Angebot. Zur Not tut es auch mineralisches Öl in Lebensmittelqualität. Speiseöl aus der Küche keinesfalls, das wird ranzig und picken bleibt es auch.
Und wenn schon Rost drauf ist?
So behutsam wie möglich abnehmen, mit einem Korken und einem Tropfen Öl, in kreisenden Bewegungen. Danach trocknen und ölen. Je früher Sie dran sind, desto weniger geht verloren.
Nimmt der gravierte Text durch das Öl Schaden?
Nein. Der Text sitzt eingebrannt im Material, das Öl kommt gar nicht an ihn heran. Nachzulesen im Beitrag hält eine Gravur ewig.
Worin liegt der Unterschied zwischen Damaststahl und D2?
Der Damast ist aus Lagen verschweißt und trägt eine Zeichnung, D2 ist ein durchgehender Werkzeugstahl ohne Muster. Genauer nachgegangen sind wir dem im Beitrag Damaststahl, D2 und Geweih erklärt.
Wie lange dauert die Anfertigung?
Jedes Stück gravieren wir erst nach Ihrer Bestellung in der eigenen Werkstatt auf eigenen Maschinen. Das genaue Lieferdatum steht schon vor dem Kauf direkt beim Produkt.
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